Es fand zum Jahresbeginn eine Erhöhung des Basisrenten-Förderrahmen statt. Das bedeutet für Sie, dass Sie durch Ihre Einzahlungen ins Versorgungswerk und in eine private Basis- oder Rüruprente (beides in der Altersvorsorge-Schicht 1) mehr Steuern sparen.

1. Zahnärzte können mehr Steuern sparen

Im Januar 2019 wurde der bisherige steuerliche Förderrahmen in der Altersvorsorge Schicht 1 (Versorgungswerk und Basisrente/Rüruprente) aufgestockt.

Somit können Sie bis zu 24.305 EUR (Ledig) / 48.610 EUR (Verheiratete bei Zusammenveranlagung) für das Jahr 2019 als Beitrag für das Versorgungswerk oder eine private Basis-/Rüruprente über die Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Dadurch mindern Sie Ihre die Steuerlast erheblich.

1.1 Wie funktioniert die Basisrente / Rüruprente

Wie oben beschrieben können Sie die Einzahlungen voll von der Steuer absetzen. Jedoch gibt es neben der nachgelagerten Besteuerung noch weitere wichtige Eigenschaften dieser Möglichkeit der Altersvorsorge.

Anlagestrategie

Dies ist der entscheidende Punkt im Vergleich zum Versorgungswerk. Bei der Basisrente/Rüruprente können Sie die von Ihnen gewünschte Anlagestrategie umsetzen und so eine gute Kombination mit dem Versorgungswerk erreichen.

Gesamtstrategie: Wie genau ist das gemeint?

Das Versorgungswerk fährt in der Regel eine defensivere Anlagepolitik und setzt in der Strategie zu einem großen Teil auf festverzinsliche Wertpapiere. Diese sind zwar relativ konstant, unterliegen also keinen orbitanten Schwankungen und sind je nach Emittent (Herausgeber der Anlage) auch sicher. Jedoch gehen durch diese Anlagestrategie vor allem für junge Zahnärzte viele Chancen verloren.

Auf die Anlagepolitik des Versorgungswerks haben Sie jedoch keinen Einfluss und müssen diese hinnehmen.

Ich empfehle den Blick auf das Gesamtvermögen und somit eine Gesamtstrategie zu erarbeiten. Über die Basisrente/Rüruprente können Sie unter den gleichen steuerlichen Gegebenheiten wie beim Versorgungswerk nun eine offensivere Anlagepolitik umsetzen und so in Kombination mit dem Versorgungswerk (defensiv + offensiv = ausgewogen) eine ausgewogene und daher passende Gesamtstrategie erreichen.

Weitere Eigenschaften

Das angesammelte Guthaben in der Basisrente / Rüruprente ist grundsätzlich nicht:

  • beleihbar (es kann nicht als Kreditsicherheit herangezogen werden)
  • übertragbar (keine Schenkung oder Übergabe möglich)
  • vererbbar (das Guthaben kann nur an den Ehegatten und kindergeldberechtigte Kinder vererbt werden)
  • veräußerbar (kein Verkauf der Anlage möglich)
  • kapitalisierbar (keine Entnahme während der Laufzeit möglich)

Dies sind die gleichen Einschränkungen wie beim Guthaben das Versorgungswerk. Aus diesen Einschränkungen ergeben sich speziell für Zahnärzte jedoch auch viele Vorteile.

  • Diese Altersvorsorge kann nie für die Praxisverbindlichkeiten haften
  • und wird bei einer (unwahrscheinlichen) Praxisinsolvenz nicht herangezogen.
  • Ebenso sichert diese Altersvorsorge Ihnen ein lebenslanges Einkommen.

Lebenslanges Einkommen durch Basisrente

In Ihrem Ruhestand haben Sie Ausgaben, welche solange von Ihrem Konto abgebucht werden, solange Sie leben. Im Artikel “Ruhestandsplanung für Zahnärzte” gehe ich genauer auf diese Ausgaben ein.

Bei lebenslangen Ausgaben macht es auch Sinn, dass Sie lebenslange Einnahmen erzielen. Die Basisrente / Rüruprente bietet diese Möglichkeit und bildet daher eine feste Säule bei der Abdeckung der lebenslangen Ausgaben.

Basisrente vorallem für Frauen geeignet

Da Frauen laut Statistischem Bundesamt länger leben als Männer, die Rente aus der Basisversicherung auf Grund gesetzlicher Bestimmungen für beide jedoch gleich hoch ist. Ist die Basisrente vorallem für Frauen eine tolle Möglichkeit der Altersvorsorge, da durch das längere Leben in Summe mehr Rente ausgezahlt wird.

2. Basisrente für angestellte Zahnärzte

Die Einzahlungen in das Versorgungswerk Baden-Württemberg für angestellte Zahnärzte hängen von der Höhe des Bruttogehaltes ab. Der Beitragssatz liegt derzeit bei 18,6 % (Stand 2019). Dieser ist zur einen Hälfte vom angestellten Zahnarzt und zur anderen Hälfte vom Arbeitgeber zu bezahlen. Eine Verrechnung findet in der Regel direkt über das Gehalt statt.

Der Förderrahmen für die Altersvorsorge wurde auf 24.305 € für Ledige und 48.610 für Verheiratete (Stand 2019) bei gemeinsamer Veranlagung aufgestockt. Sie können nun zusätzlich bis zu dieser Höchstgrenze Einzahlungen für Ihre Altersvorsorge steuerlich gefördert vornehmen. Diese zusätzliche Altersvorsorge können Sie entweder ins Versorgungswerk oder in eine private Basisrente (Rüruprente) einzahlen. In meinem Artikel “Freiwillige Zuzahlung ins Versorgungswerk” erfahren Sie, ob sich eine zusätzliche Einzahlung neben der Pflichtabgaben lohnt.

Die Förderquote der Einzahlung steigt jedes Jahr (siehe Tabelle unten). Bei einem Steuersatz von 35 % erhalten Sie für einen zusätzlichen Beitrag von exemplarischen 1.000 € (als freiwillige Zuzahlung in die Versorgungsanstalt oder als Beitrag in eine Basis- / Rüruprente) eine Steuerrückerstattung von etwas über 300 € (Stand 2019). Der Beitrag nach Steuern beträgt daher nur ca. 700 €.

Altersvorsorge Zahnarzt

Höchstgrenze beachten: Als angestellter Zahnarzt wird bereits über Ihr Gehalt der Pflichtbeitrag für das Versorgungswerk festgelegt und abgeführt. Auf den Freibetrag ist diese Abgabe anzurechnen.

2.1 Wie funktioniert die Basisrente für angestellte Zahnärzte:

Ihr Bruttogehalt liegt bei 80.400 € im Jahr. Dies ist die maximale Grenze, bis zu welcher Sie als angestellter Zahnarzt Beiträge ins Versorgungswerk einzahlen.

Bei diesem Bruttoeinkommen liegt Ihr Beitrag fürs Versorgungswerk bei (80.400 € x 18,6%) = ca. 15.000 €. Diesen teilen Sie sich jeweils zur Hälfte mit Ihrem Arbeitgeber.

Für die freiwillige Einzahlung ins Versorgungswerk oder für eine zusätzliche Altersvorsorge über eine Basis- / Rüruprente stehen nun “nur” noch (24.305 € für Ledige – 15.000 €) = ca. 9.305 € zur Verfügung.

Bei einer höheren Einzahlung erhalten Sie keine steuerliche Vergünstigung, müssen jedoch die Auszahlung versteuern.

3. Basisrente für selbstständige Zahnärzte

Bei selbstständigen Zahnärzten gibt es keine Deckelung des Beitrags ins Versorgungswerk durch die Beitragsbemessungsgrenze. Daher kann die tatsächliche Zahlung ins Versorungswerk deutlich höher sein und über den oben genannten 15.000 € liegen.

Dies ist jedoch sehr leicht zu prüfen, da die Beiträge für das Versorgungswerk direkt von Ihrem Konto abgeführt werden. Nun können Sie diese einfach auf das Jahr hochrechnen und erfahren dann, welchen Jahresbeitrag Sie an das Versorgungswerk entrichten.

Im nächsten Schritt werfen Sie nun wieder einen Blick in die maximalen steuerlichen Abzugsmöglichkeiten (24.305 € für Ledige / 48.610 € für Verheiratete bei Zusammenveranlagung).

Von diesem Betrag ziehen Sie Ihre hochgerechnete Einzahlung ab und erhalten dann den maximalen Betrag, welchen Sie noch in die Basisrente / Rüruprente einzahlen dürfen.

4. Absicherung Berufsunfähigkeit über die Basisrente

In die Basisrente kann auch eine Berufsunfähigkeitsrente eingebaut werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

4.1 Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit

Bei dieser Variante übernimmt die Versicherung alle weiteren Beiträge für die Basisrente / Rüruprente und erhöht diese ggfs. noch jährlich bis zum Eintritt in den Ruhestand.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Sie erhalten trotz Berufsunfähigkeit die geplante Altersrente und können so ohne finanzielle Einschränkungen Ihren Ruhestand genießen.

Ohne diese Option wird bei einer eintretenden Berufsunfähigkeit oft der Beitrag für die Altersvorsorge aus finanziellen Gründen ausgesetzt oder ganz stillgelegt. Die Berufsunfähigkeit wirkt dann im Ruhestand durch geringer Renten nach.

4.2 Berufsunfähigkeitsrente

Zusätzlich zur Beitragsbefreiung kann noch eine monatliche Rente gezahlt werden. Diese kommt dann während der Berufsunfähigkeitsphase auf Ihr Konto und schützt Sie vor finanziellen Einschränkungen. Wichtig: Bei vielen Versicherungen kann die Berufsunfähigkeitsrente später aus dem Vertrag separiert werden.

4. Nachgelagerte Besteuerung

Während der Ansparphase können Sie den oben genannten Steuervorteil nutzen und die Einzahlungen ins Versorgungswerk und in eine private Basis-/Rüruprente von der Steuer absetzen.

Im Ruhestand greift dann die nachgelagerte Besteuerung der monatlichen Rentenzahlung. Die steuerliche Berücksichtigung der Rentenzahlung wird von Jahr zu Jahr angepasst. Im im Jahr 2019 ist diese bei 78 % und steigt bis 2040 auf 100 %.

Altersvorsorge Zahnarzt

Die genaue Berechnung bei einer monatlichen Rente von 1.000 € ist wie folgt:

Bei einer monatlichen Rente aus Schicht 1 (Versorgungswerk sowie Basisrente / Rüruprente) von 1.000 € wird geprüft, welcher Teil davon steuerpflichtig ist (2019 = 78%, siehe Tabelle). Bei einem Anteil von 78% sind dies 780 €. Diese 780 € werden dann mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert. Nehmen wir an, dieser wäre bei 50% (Spitzensteuersatz + Soli + Kirchensteuer), dann wäre die Steuerbelastung bei (780 € x 50% =) 390 €.

Bezogen auf Ihre Rente von 1.000 € entsprechen die 390 € einer “Besteuerung” von 39% und liegen daher deutlich unter der Besteuerung der anderen Einkünfte (Mieteinnahmen) von in diesem Beispiel 50%.

5. Zusammenfassung

Jetzt wird es spannend. Die Basisrente / Rüruprente bringt einige Nachteile mit sich (eingeschränkte Vererbbarkeit).

Wenn Sie jedoch mit der Basisrente Ihre Ausgaben absichern, welche Ihr lebenlang gezahlt werden müssen, dann reduziert sich dieser Nachteil.

Durch die steuerliche Absetzbarkeit in der Ansparung und die steuerliche Begünstigung in der Auszahlung (zumindest noch bis ins Jahr 2040) kommt durch diese steuerliche Gegebenheit ein “Renditevorsprung” zustande, welche erstmal durch eine andere Anlage aufholt werden muss.

6. Mein Tipp für die Basisrente für Zahnärzte

Wenn Sie sich für eine Basis-/ Rüruprente entscheiden: Vereinbaren Sie einen geringen monatlichen Beitrag (100 – 200 €) und leisten Sie jährlich eine, auf Ihre Situation, angepasst Zuzahlung. So können Sie jedes Jahr das steuerliche Maximum ausreitzen und überzahlen nicht.

7. Fazit: Basisrente Zahnarzt

Der Staat unterstützt Sie durch eine steuerliche Entlastung beim Aufbau einer Altersvorsorge. Einen großen Teil dieser steuerlichen Entlastung nutzen Sie bereits über Ihren Beitrag ins Versorgungswerk. Der Förderrahmen wurde seit dem 01.01.2019 erhöht. Der zusätzlich mögliche Betrag bietet nun die Möglichkeit einer Zuzahlung ins Versorgungswerk oder den Aufbau einer eigenen Basis-/Rüruprente mit eigenem Anlagekonzept.

Ob dies für Sie wirtschaftlich sinnvoll ist oder eine andere Form der Altersvorsorge mehr Vorteile bietet, lässt sich nur in einem persönlichen Gespräch herausfinden.

Finanzplanung für Zahnärzte

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