Warum ist eine Berufshaftpflichtversicherung für Assistenzzahnärzte wichtig?

Der erste eigene Patient, die erste Behandlung – hoffentlich geht alles gut.

Aber was, wenn nicht?

Die Bluse ist verkleckert, der Patient hat noch Wochen später Schmerzen oder sogar bleibende Nachteile. Die Folge ist die Forderung nach Schadensersatz. Aufgabe der Berufshaftpflicht für Assistenzzahnärzte ist es nun, Sie von Schadenersatzansprüchen die gegen Sie erhoben werden, freizustellen. Dies kann in unterschiedlicher Weise erfolgen.

Welchen Nutzen haben Sie als Zahnarzt aus der Berufshaftpflichtversicherung?

Gemeinsam mit der Versicherungsgesellschaft prüfen wir die Frage, ob und in welcher Höhe für Sie eine Verpflichtung zum Schadenersatz besteht. Daraus können zwei Ergebnisse resultieren:

  1. Wenn ja,wird die Wiedergutmachung des Schadens in Form von Geld von der Haftpflichtversicherung übernommen.
  2. Wenn nein, erfolgt die Abwehr unberechtigter Schadenersatzansprüche.

Kommt es darüber zum Rechtsstreit, führt der Haftpflichtversicherer für Sie den Prozess und trägt sogar die Kosten. Ihre Berufshaftpflichtversicherung enthält daher auch eine “kleine Rechtsschutzversicherung” (Hier gibt es Infos zu einer umfassenden Rechtsschutzversicherung).

Weist der Versicherer unberechtigte Ansprüche zurück, heißt es oft, die Versicherung will nicht zahlen. Richtig ist, dass Sie nicht bezahlen müssen, weil dazu keine rechtliche Verpflichtung besteht.

Kann die Berufshaftpflichtversicherung auch über die Praxis abgedeckt werden?

In der Assistenzzeit kann die Berufshaftpflichtabsicherung auch über den niedergelassenen Zahnarzt / Inhaber der Praxis erfolgen. Oft sind in dieser Absicherung aber Lücken, z.B.:

  • ist die private Behandlung von Freunden oft nicht enthalten oder
  • der Chef kann die Aufsichtspflicht wegen Krankheit, Urlaub oder aus sonstigen Gründen nicht wahrnehmen.

Im Zweifelsfall ist der Schutz über die Praxis dann nicht ausreichend.

Diese Lücken schließen Sie am besten durch eine eigene Berufshaftpflichtversicherung.

Welche Leistungen sind bei einer Berufshaftpflicht während der Assistenzzeit wichtig?

  • Bei Personen- und Sachschäden empfehle ich mindestens 5 Mio. € abzusichern
  • Vermögensschäden mind. 500.000 €
  • Weltweiter Schutz, falls Sie während der Assistenzzeit eine Famulatur im Ausland machen
  • Ambulante Praxisvertretungen, bis zu 6 Wochen p.a.
  • Strafrechtsschutz
  • Volle dienstliche Deckung
  • Erste-Hilfe-Leistungen
  • Ärztlicher Freundschaftsdienst im Bekannten- und Freundeskreis

Wie hoch ist der Beitrag?

Der monatliche Beitrag sollte unter 6 € liegen bzw. maximal bei 60 € im Jahr. In der Regel ist dann auch schon die Privathaftpflichtversicherung enthalten.

Wie ist die Absicherung im privaten Bereich?

Bitte achten Sie auch darauf, dass Sie mit dem Abschluss des Studiums der Zahnmedizin eine Absicherung gegen Schadensersatzforderungen im privaten Bereich brauchen. Der Schutz über die dafür notwenige Privathaftpflichtversicherung ist mit dem Beginn der Assistenzzeit in der Regel nicht mehr über die Eltern gegeben. Viele Berufshaftpflichtversicherungen bieten daher eine Kombination aus Berufs- und Privathaftpflicht zu einem günstigen Beitrag an.

Ist eine Kombination aus Berufs- und Privathaftpflicht sinnvoll?

  • Ja, weil Sie während der Assistenzzeit auf ein sehr günstiges Angebot zurückgreifen können. Eine Trennung ist oft nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll, da eine gute Privathaftpflichtversicherung oft schon zwischen 30 und 50 € kostet. Für ein paar Euro pro Jahr mehr ist dann der berufliche Schutz schon enthalten.
  • Nein, wenn Ihnen viele Schäden in der Berufshaftpflicht passieren und Sie eine Kombination haben, dann könnte es sein, dass die Versicherung Ihnen den beruflichen und den privaten Schutz kündigt. Dies wäre nicht der Fall, wenn beide Versicherungen getrennt sind (was nach der Assistenzzeit zu empfehlen ist) oder die Versicherung auf dieses Kündigungsrecht in den Versicherungsbedingungen verzichtet.

Während der Assistenzzeit macht aus meiner Sicht die Kombination sind, da wenig Haftungsfälle passieren und die Beiträge über eine Kombination deutlich günstiger sind. Nach der Assistenzzeit empfehle ich die Berufs- und die Privathaftpflicht zumindest in zwei Verträge zu trennen. Diese können dann trotzdem bei der gleichen Gesellschaft sein, jedoch aber über zwei separate Versicherungsnummern.

Kann der Arbeitgeber Ihnen eine eigene Berufshaftpflicht vorschreiben?

In vielen Arbeitsverträgen verlangt der Arbeitgeber, dass Sie als Assistenzzahnarzt eine eigene Berufshaftpflicht abschließen und ihm diese auch nachweisen. Ob diese Verpflichtung zulässig ist, dass sollten Sie im Einzelfall mit Ihrem Anwalt klären. Auf einen Streit würde ich mich aber garnicht einlassen. Die Beiträge für eine eigene Berufshaftpflicht sind trotz einem moderaten Einstiegsgehalt als Assistenzzahnarzt bezahlbar und es gibt Ihnen die Sicherheit, dass Sie richtig abgesichert sind.

Was passiert nach der Assistenzzeit mit Ihrer Berufshaftpflichtversicherung?

Während der Assistenzzeit können Sie auf eine günstige Kombination zurückgreifen, dass liegt in der Regel daran, dass während der Assistenzzeit sehr wenige Haftungsfälle passieren. Ein weiterer Grund ist, dass die Versicherungsgesellschaft Sie als Kunden gewinnen möchte. Nach der Assistenzzeit endet aber der günstige Einsteigertarif und eine Überprüfung ist erforderlich. Nun können mehrere Szenarien eintreten:

  1. Sie sind vollumfänglich über die Praxis als angestellter Zahnarzt versichert, dann brauchen Sie sich nur noch um die Privathaftpflicht zu kümmern.
  2. Der Arbeitgeber übernimmt nur die dienstliche Deckung für Sie als angestellten Zahnarzt. Dann sollten Sie zusätzlich eine eigene Berufshaftpflicht mit außerdienstlicher Deckung bzw. die Restrisiken abschließen.
  3. Ihr Arbeitgeber stellt keine Berufshaftpflicht für Sie, dann brauchen Sie den vollen Schutz. Auch die zuständige Landeszahnärztekammer möchte in der Regel einen Nachweis über Ihren Versicherungsschutz und daher sollten Sie sich um diesen dann selbst kümmern.

In allen drei Varianten sollten Sie sich zusätzlich noch um Ihre Privathaftpflicht kümmern.

Fazit: Berufshaftpflicht in der Assistenzzeit:

Ich raten bereits während der Assistenzeit eine gute Berufshaftpflichtversicherung zu machen und diese mit einer privaten Haftpflicht zu kombinieren – bei einem guten Versicherer entstehen für diese Kombination keine bzw. nur geringe zusätzliche Kosten. Und der Beitrag für diese Kombination liegt in der Regel bei weniger als 70 € im Jahr.

Mit dieser Kombination haben Sie einen guten Schutz gegen Haftungsrisiken im beruflichen und privaten Bereich und können beruhigt behandeln. Auch für die zuständige Landeszahnärztekammer haben Sie dann den passenden Nachweis und müssen beim Stellenwechsel den Chef nicht nach seiner Absicherung fragen.

Welche Absicherungen sind als Zahnarzt noch wichtig?

Wichtig ist auch die Absicherung Ihrer Arbeitskraft über eine Berufsunfähigkeitsversicherung– mehr Infos dazu erhalten Sie hier.

Zusätzlich können Sie noch über eine Unfallversicherung nachdenken, ob diese allerdings schon in der Assistenzzeit erforderlich ist hängt vom Einzelfall ab. Viele entscheiden sich auch erst im zweiten Jahr oder danach für eine Unfallversicherung.

Auch die gesetzliche Krankenversicherung spielt eine wichtig Rolle in Ihrer Absicherungsstrategie bzw. der Weg in die private Krankenversicherung.

Hier finden Sie noch Artikel zur Stellensuche und zur Bewerbung als Assistenzzahnarzt.

 

In der eigenen Zahnarztpraxis sind noch weitere Versicherungen relevant. Welche das sind, erfahren Sie in diesem Artikel:

Die eigene Berufshaftpflicht ist in der eigenen Praxis essentiell. Hier erfahren Sie, auf welche Versicherungen in der eigenen Praxis noch wichtig sind (Wichtige Versicherungen in einer Zahnarztpraxis und Zahnarztpraxis kaufen.) und ob Sie schon bereit sind für die eigene Praxis (Fähigkeiten für die eigene Praxis).

 

 

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