Bewerbungstipps für Zahnärzte

Teil 1: Stellenbörsen und Bewerbungstipps für Zahnärzte

Assistenzzahnärztinnen und -zahnärzte sind gesucht. Wo Sie offene Stellen finden, wie Sie sich am besten bewerben, wie ein Vorstellungsgespräch abläuft und was im Arbeitsvertrag festgelegt wird, erfahren Sie in diesem dreiteiligen Beitrag.

Offene Stellen finden

Zahnärzte haben gute Aussichten, einen Job zu finden – insbesondere in ländlichen Gegenden. Allerdings sind offene Stellen nicht in den gängigen Jobbörsen oder bei der Agentur für Arbeit verzeichnet. Viele Praxen inserieren in den Zahnärztlichen Mitteilungen (ZM), die jeder Zahnarzt 14-tägig erhält und die auch unter www.zm-online.de abrufbar sind. Unter „Kleinanzeigen“ finden sich dort Stellenangebote aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland, Bewerber können auch Stellengesuche veröffentlichen. Viele Stellenangebote laufen auch über Dentaldepots bzw. Dentalfachhändler, wie z. B. www.pluradent.de, www.nwd.de oder www.henryschein-dental.de, größere Praxen informieren direkt auf ihrer Website über offene Stellen.

Der persönliche Kontakt und Eigeninitiative sind bei der Stellensuche ganz wichtig. Manche Praxen veröffentlichen kein Stellenangebot, obwohl sie Bedarf haben. Informieren Sie sich über die Zahnärzte in Ihrer Wunschregion, rufen Sie dort an. Schon an der Rezeption bzw. am Empfang sagt man Ihnen, ob Bedarf besteht, und stellt Sie entweder direkt zum Praxisinhaber durch oder bietet Ihnen einen Rückruf an.

Schriftliche Bewerbung

Wenn eine vollständige Bewerbung gewünscht ist, fragen Sie nach, ob sie in Papierform oder als E-Mail geschickt werden soll. Online-Bewerbungen über ein Formular auf der Firmenwebsite, wie bei großen Unternehmen mittlerweile üblich, gibt es bei Zahnärzten oder Kliniken in der Regel nicht.

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Bewerbung angestellter Zahnarzt und Assistenzzahnarzt

 

Anschreiben

Das Anschreiben liefert den ersten Eindruck und soll Interesse an Ihnen wecken. Stellen Sie dar, was Sie zu Ihrer Bewerbung motiviert und warum Sie sich für genau diese Praxis eignen, sowohl aus fachlicher wie aus persönlicher Sicht.

Was gefällt Ihnen besonders an der Praxis? Welche Kenntnisse, Fähigkeiten und besonderen Interessen bringen Sie mit für die Arbeit dort? Formulieren Sie ruhig auch Ihre Wünsche. Wie stellen Sie sich Ihre Mitarbeit vor? Was möchten Sie lernen? Wo möchten Sie Ihre Schwerpunkte setzen?

Verwenden Sie keine vorgefertigten Floskeln, sondern schreiben Sie jede Bewerbung individuell. Und keine falsche Bescheidenheit. Wenn es Ihnen schwerfällt, Ihre Stärken zu formulieren, bitten Sie Kollegen oder Freunde um Feedback. Ihr künftiger Arbeitgeber soll erfahren, was er von Ihnen hat.

Das Anschreiben umfasst eine Seite, bei der Gestaltung können Sie sich daher an den Richtlinien für Geschäftsbriefe orientieren (DIN 5008). In einer Bewerbungsmappe liegt das Anschreiben lose obenauf, während die restlichen Unterlagen fest abgeheftet sind.

Deckblatt

Ein Deckblatt kann der Auftakt zur eigentlichen Bewerbungsmappe sein, es ist aber kein Muss. Unter der Überschrift „Bewerbung“ enthält es Name, Berufsbezeichnung, Adressdaten und Foto.

Lebenslauf

Der Lebenslauf sollte tabellarisch aufgebaut sein und maximal zwei Seiten umfassen. Er ist gegliedert in einzelne Rubriken und gibt Aufschluss über:

  • persönliche Daten (Name, Adresse, Geburtsdatum),
  • berufliche Erfahrung,
  • Ausbildung, Weiterbildungen,
  • sonstige Qualifikationen und
  • Interessen.

Das Aktuellste steht jeweils an erster Stelle. Der Lebenslauf enthält üblicherweise ein Foto und endet mit Ort, Datum und Unterschrift.

Wenn Sie sich während Ihrer Schul- oder Studienzeit ehrenamtlich engagiert haben, eine Zeit lang im Ausland waren oder regelmäßig gearbeitet haben, um zu Ihrem Lebensunterhalt beizutragen, ist das auf jeden Fall eine Erwähnung wert, auch wenn kein direkter Zusammenhang mit Ihrem Beruf besteht. Ihr Engagement zeigt, dass Sie über den eigenen Tellerrand schauen, Verantwortung übernehmen und sich organisieren können. Hier finden Sie einen Muster-Lebenslauf zum Download (PDF).

Zeugnisse

Ihre Zeugnisse legen Sie in umgekehrt chronologischer Reihenfolge als Kopien bei, niemals im Original. Eine Beglaubigung ist nicht nötig. Als Zahnarzt bewerben Sie sich mit Ihrer Approbationsurkunde, dem Abschlusszeugnis der Universität und dem Physikum-Zeugnis. Falls Sie vor dem Studium eine Ausbildung absolviert haben, können Sie auch dieses Zeugnis beilegen sowie Referenzschreiben von Praktikumsstellen oder das Abiturzeugnis. Bei einer späteren Einstellung müssen Sie eine ärztliche Bescheinigung über Ihren Gesundheitszustand vorlegen, selten wird auch ein polizeiliches Führungszeugnis verlangt.

Korrektur und Versand

Versteht sich, dass eine Bewerbung sauber und fehlerfrei sein sollte. Lassen Sie Ihre Unterlagen Korrektur lesen. Bringen Sie Ihre Mappe persönlich in der Praxis vorbei oder versenden Sie sie als Brief per Post, nicht als Express oder Einschreiben.

Bewerbung per E-Mail: Falls Sie Ihre Bewerbung elektronisch verschicken, beachten Sie zusätzlich folgende Punkte:

·      Setzen Sie ein kurzes Anschreiben in die E-Mail und das ausführliche in den Anhang.

·      Scannen Sie Unterlagen mit einer Auflösung von 150–200 dpi. Damit erzielen Sie eine gute Qualität und das Datenvolumen wird nicht zu groß.

·      Fassen Sie alle Unterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse) in einer PDF-Datei zusammen, die nicht größer als 5 MB sein sollte.

Nachfassen

In der Regel werden Sie zügig eine Antwort erhalten, dass heißt innerhalb von einer Woche. Wenn Sie nach 7–10 Tagen nichts gehört haben, fragen Sie ruhig nach, ob Ihre Bewerbung angekommen ist, am besten telefonisch, nicht per E-Mail.

Bewerbungskosten

Bewerbungskosten für Fotos, Kopien, Mappen, Porto oder Reisekosten zum Vorstellungsgespräch können Sie steuerlich geltend machen. Bewahren Sie alle Belege auf, somit haben Sie einen Nachweis für Ihre Steuererklärung.

Worauf es im Vorstellungsgespräch bei Zahnärzten ankommt, dies erfahren Sie in Teil 2 dieses Beitrags: Vorstellungsgespräch Zahnarzt. Mehr Infos zum Gehalt gibt es direkt hier: Gehalt Assistenzzahnarzt.

Tipp: Wie Sie Ihr Studium von der Steuer absetzen können erfahren Sie hier: Zahnärztliches Studium von der Steuer absetzen.

Welche Absicherungen brauchen Sie in der Assistenzzeit:

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!