Zahnärztliches Studium von der Steuer absetzen (Stand 2018)

Dieser Artikel stellt die mir bekannten Möglichkeiten dar, wie Sie Ihr Studium der Zahnmedizin von der Steuer absetzen können. Es ersetzt keine steuerliche Beratung durch einen Steuerberater sondern soll Ihnen allgemeine Informationen liefern über welche Punkte Sie mit Ihrem Steuerberater sprechen sollten, wenn Sie Ihr zahnärztliches Studium von der Steuer absetzen wollen.

Wie funktioniert das Steuersystem in Deutschland (vereinfachte Darstellung)?

Wenn Sie vor, während oder nach dem Studium Geld verdienen, dann müssen Sie diese Einnahmen versteuern. Der Staat räumt Ihnen aber einen Grundfreibetrag von ca. 9.000 € pro Jahr ein. Erst ab diesem Einkommen aus Arbeit bezahlen Sie Einkommenssteuer. Auf Einkommen aus Arbeit unter ca. 9.000 € fällt keine Einkommenssteuer an. Generell gilt, wer mehr Einkommen erzielt, der bezahlt auch mehr Steuern. Dies liegt an der Progression im deutschen Steuersystem.

 

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Einkommenssteuer Zahnarzt, Studium Zahnmedizin von der Steuer absetzen

Ihr zu versteuerndes Einkommen aus Arbeit können Sie durch steuerlich relevante Ausgaben reduzieren. Diese Ausgaben nennt man Werbungskosten oder Sonderausgaben. Der entscheidende Unterschied für Sie ist:

  • Werbungskosten können Sie in unbegrenzter Höhe absetzen und in die Zukunft vortragen.
  • Sonderausgaben können Sie nur bis 6.000 € (Stand 2017) absetzen und nicht in die Zukunft vortragen.

Warum ist das für Sie als Zahnarzt wichtig?

Erst- oder Zweit- Studium bzw. Ausbildung Zahnmedizin

Ob Sie Ihre Ausgaben für das Studium der Zahnmedizin als Werbungskosten oder als Sonderausgaben steuerlich geltend machen können entscheidet sich daran, ob Sie im Erst- oder im Zweitstudium bzw. Ausbildung sind.

Wie kann man das Erst– Studium Zahnmedizin von der Steuer absetzen?

Sie sind im Erststudium wenn Sie nicht im Zweitstudium sind – wer hätte das gedacht. Wenn Sie Zahnmedizin im Erststudium studieren, dann können Sie Ihre Kosten für das Studium in den Sonderausgaben geltend machen.
Es ist jedoch aktuell in der Diskussion/Prüfung, ob die Ausgaben für das Erststudium auch als Werbungskosten angesetzt werden können. Sollte der Bundesfinanzhof entscheiden, dass die Kosten für das Erststudium als Werbungskosten absetzbar sind, dann wäre das natürlich für dieses kostenintensive Studium eine tolle Sache. Leider liegt noch kein Ergebnis dieser Prüfung vor.

Wenn Sie sicher gehen möchten, dass Sie von einer solchen Entscheidung profitieren, dann sollten Sie das weitere Vorgehen genau mit Ihrem Steuerberater besprechen. Zum Beispiel könnten Sie dann eine jährliche Einkommenssteuererklärung anfertigen und die Kosten für das Studium als Werbungskosten erfassen. Streicht das Finanzamt diese Kosten, dann können Sie einen Einspruch mit einem Verweis auf die aktuell laufende Prüfung einlegen.

Entscheidet der Bundesfinanzhof (BFH) dann, dass die Kosten für das Erststudium als Werbungskosten absetzbar sind, dann gilt das auch für Sie. Entscheidet der BFH, dass die Kosten des Erststudiums nicht als Werbungskosten absetzbar sind, dann können Sie diese in der Regel immer noch als Sonderausgaben ansetzen.

Wie kann man das Zweit– Studium Zahnmedizin von der Steuer absetzen?

Sie befinden sich im Zweitstudium, wenn Sie zum Beispiel eine abgeschlossene Ausbildung als Zahntechniker oder Zahnarzthelferin haben. Aber auch branchenfremde Ausbildungen oder Studiengänge zählen dazu, wie zum Beispiel eine Lehre als Uhrenmacher oder ein Theologie-Studium. Voraussetzung ist nur, dass es abgeschlossen wurde.

Wenn Sie vor oder während des Studium “nur” gearbeitet haben, zum Beispiel in einem Restaurant, bei einem Dentallabor oder als Ferienarbeiter bei einer Firma, jedoch keinen anerkannten Berufsabschluss erreicht haben wird dies leider nicht gewertet. Ebenso zählen abgebrochen Studiengänge nicht dazu. Im Zweifelsfall sprechen Sie bitte rechtzeitig mit Ihrem Steuerberater, ob Ihre bisherigen Aktivitäten anerkannt werden.

 

Sind die Kosten für das Studium Werbungskosten?

Wenn die Kosten für Ihr Studium zur Zahnmedizin als Werbungskosten anerkannt werden, dann können Sie diese in unbegrenzter Höhe von der Steuer absetzen. Wenn Sie in einem Jahr keine Einkünfte erzielen, dann können Sie die Kosten des Studiums in einem “Verlustvortrag” ins nächste Jahr mitnehmen. Sobald Sie dann zum Beispiel als angestellter Zahnarzt Einkommen erzielen, findet die Verrechnung statt und die Werbungskosten reduzieren Ihr zu versteuerndes Einkommen. Dadurch bezahlen Sie dann weniger Einkommenssteuer und können so Ihr Studium nachträglich steuerlich geltend machen.

Mögliche Werbungskosten sind dann unter anderem:

  • Kauf von zahnärztlichem Material im Uni-Shop oder bei einem Dentalhändler
  • Kauf einer Lupenbrille
  • Entfernungspauschale von der Wohnung zur Uni
  • Heimfahrten
  • Evtl. sogar Kosten für eine doppelte Haushaltsführung wie zum Beispiel Miete für die Studentenwohnung
  • teilweise können Sie sogar Ihren Laptop ansetzen
  • Fachliteratur (auch Fachzeitschriften)

 

Sind die Kosten für das Studium Sonderausgaben?

Wenn die Kosten für das Studium als Sonderausgaben anerkannt werden, dann können diese nur bis zu einer Summe von 6.000 € und nur im aktuellen Jahr angesetzt werden. Ein Verlustvortrag ist nicht möglich. Das bedeutet, wenn Sie in diesem Jahr keine Einkünfte erzielen mit denen Sie Ihre Sonderausgaben verrechnen können, dann verpuffen diese.

Mögliche Sonderausgaben sind:

  • Kauf von zahnärztlichem Material im Uni-Shop oder bei einem Dentalhändler
  • Kauf einer Lupenbrille
  • Entfernungspauschale von der Wohnung zur Uni
  • Heimfahrten
  • Evtl. sogar Kosten für eine doppelte Haushaltsführung wie zum Beispiel Miete für die Studentenwohnung
  • teilweise können Sie sogar Ihren Laptop ansetzen
  • Fachliteratur (auch Fachzeitschriften)

Fazit: Wie kann man das zahnärztliches Studium von der Steuer absetzten?

Gleiche Ausgaben – andere steuerliche Behandlung

Die ansetzbaren Positionen sind exakt gleich, die Frage ist daher nur, in welcher Höhe und über welchen Zeitraum können Sie diese ansetzen und darüber entscheidet die Einstufung als Werbungskosten oder als Sonderausgaben. Ein enger Kontakt zu Ihrem Steuerberater ist daher bereits vor dem Studium sinnvoll, da Sie die entstehenden oder entstandenen Kosten mittels Belegen oder Quittungen nachweisen müssen.

Steuer nach dem Studium Zahnmedizin

Wenn Sie erstmal als Assistenzzahnarzt tätig sind, dann erzielen Sie auch ein Einkommen. Ab diesem Zeitpunkt sind die beruflich verursachten Kosten in aller Regel Werbungskosten. Insbesondere sind dies:

  • Bewerbungskosten (Fotos, Fahrten zum Vorstellungsgespräch)
  • Umzugskosten, wenn dadurch eine signifikante Einsparung an Zeit oder Wegstrecke entsteht
  • Ausgaben für die Promotion, sofern das Studium zur Zahnmedizin bereits abgeschlossen wurde
  • Fortbildungen
  • Fachliteratur
  • Kauf einer Lupenbrille

Diese Kosten können dann mit Ihrem Gehalt verrechnet werden und reduzieren Ihre Steuerlast.

Wie Sie sich richtig als Assistenzzahnarzt bewerben erfahren Sie hier.

Welche Versicherungen sind in der Assistenzzeit wichtig:

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